Fachvereine Schleswig-Holstein
Lehrling – Geselle – Meister - Bindeglied ist der Bäckerfachverein
"Nur wer bereit ist, immer wieder zu lernen und zu arbeiten und sein Wissen auch seinen Kollegen zur Verfügung zu stellen, der hat die Stellung und die Aufgaben des Bäckerfachvereins voll erkannt".
Die Tradition der Bäckerfachvereine ist zum Teil sehr alt. Die ältesten Bäckerfachvereine können auf eine 400 – 600-jährige Geschichte zurückblicken. Aber auch in unserer heutigen modernen Zeit hat die Fachvereinsbewegung für den Nachwuchs im Bäckerhandwerk nicht von seinem Reiz verloren, wie die spontanen Neugründungen von Fachvereinen in vielen Orten zeigen. "Fachvereinler" zu sein ist "in" und hat seine Vorteile in Beruf und Gesellschaft. Aus den früher rivalisierenden Gesellen- und Meistersöhnenvereinigungen hervorgegangen, gehört der Bäckerfachverein heute Gesellen, Meister und Lehrlingen. Hierdurch ist eine engere Zusammenarbeit mit anderen Bäckerorganisationen gewährleistet.
Die Aufgaben
Zu den Hauptaufgaben der Bäckerfachvereine gehört es, Bindeglied zwischen Lehrling, Geselle und Meister zu sein und dabei die Entwicklung und Förderung seiner Mitglieder in Beruf und Gesellschaft zu unterstützen. Die Bäckerfachvereine sind parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Sie sind auch keine Tarifpartner für das selbständige Handwerk.
Der fachliche Bereich
Die fachliche Unterstützung und Förderung seiner Mitglieder und des Berufsnachwuchses ist eine wichtige Aufgabe. Erfahrene Fachvereinler bereiten die Lehrlinge vielerorts praktisch und theoretisch auf die Zwischen- und Gesellenprüfung vor. Diese ergänzende Unterweisung zum Berufsschulunterricht und zur betrieblichen Ausbildung hat schon zu manch spürbarem Erfolg geführt. Den Gesellen werden zur Fortbildung Garnier-, Flechtgebäck-, Feingebäck-, Marzipan und Brotkurse angeboten. Von Zeit zu Zeit beteiligen sich die Fachvereine auch an Leistungsschauen. Die mit zahlreichen Schaustücken gefüllten Ausstellungsvitrinen sind stets eine besondere Attraktion. Außerdem unternehmen die Bäckerfachvereine berufskundliche Lehrfahrten zu Mühlen, Hefefabriken, Backmittelfirmen usw..
Der gesellige Bereich
Dieser Bereich kommt bei keinem Bäckerfachverein zu kurz. Er soll den Zusammenhalt und das Zusammengehörigkeitsgefühl fördern. Zu den größeren und kleineren Veranstaltungen gehören Festabende, Grillfeten, Stammtische, Kegelveranstaltungen oder Wanderungen mit Freunden und Familie. Häufiger zum Einsatz kommen die Fußballmannschaften der Bäckerfachvereine, wenn diese gegeneinander oder gegen befreundete Handwerke antreten
Der berufsstands-, gesellschaftspolitische Bereich
Verantwortungsvolle Fachvereinler werden immer gesucht, die sich in ihrer Freizeit bereit erklären, verantwortungsvolle, ehrenamtliche Aufgaben und Positionen in der Organisation zu übernehmen. Die Unterstützung und Hilfe der "alten Hasen" ist natürlich jeden Neuling gewiss und macht den Einstieg leicht. Der Fachverein sorgt auch dafür, dass bei der Wahl des Gesellenausschusses (der Innung) Fachvereinler in dieses Gremium gewählt werden, um auch auf dieser Ebene aktiv mitzuarbeiten. Für den Gesellenausschuss ist eine fruchtbare Zusamnenarbeit mit der Innung sehr wichtig.Auch in weiteren Ausschüssen der Innung ist die Mitarbeit der Fachvereinler zu begrüßen, denke man nur an den Gesellenprüfungsausschuss, den Ausschuss für Lehrlingsstreitigkeiten oder die Position des unselbständigen Meisters im Meisterprüfungsausschuss.
Wie man sieht, ist ständig Bedarf an engagierten und qualifizierten Fachvereinlern. Ein interessantes Aufgabenfeld innerhalb des eigenen Berufsstandes. Es geht nicht an, nur zu kritisieren. Wer kritisiert, sollte auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und aktiv dazu beitragen, dass Mängel beseitigt werden.
Es lohnt sich also, Mitglied in einem Fachverein zu werden

