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Brot im Wandel der Zeit

Das Brot als wichtigstes Grundnahrungsmittel hat seit Jahrtausenden eine hohe Bedeutung. Es stellt für viele Menschen das Sinnbild aller Nahrungsmittel dar. Über Jahrtausende hinweg bestimmte es den Lebens- und Alltagsrhythmus der Menschen, in dem die Sorge um das „tägliche Brot“ im Vordergrund stand. Hierzu zählen neben der Rohstoffbeschaffung, der Teigbereitung und m Backen außerdem die sich anschließende Vorratswirtschaft. Jeder dieser einzelnen Herstellungsschritte forderte den Menschen auf ganz besondere Art und Weise.
Auch wenn diese Probleme heute nicht mehr existieren (dafür gibt es andere, nicht weniger bedrohliche für das Bäckerhandwerk) so lohnt sich doch einmal ein Blick zurück, der zeigt, wie sich ein Handwerk vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit (ca. 10.- 17. Jahrhundert) verändert hat.
Diese Zeit war geprägt von unterschiedlichen Ereignissen, die das Leben und den Alltag der Bevölkerung wesentlich beeinflussten. Zu diesen Geschehnissen gehörten im Wesentlichen Kriege (Bauernkrieg, 30-jähriger Krieg), Hungersnöte, Missernten und Epidemien. Die Folgen davon waren Unterversorgung der Bevölkerung, hygienische Mangelzustände und damit Bevölkerungsrückgänge. Das Brot hatte aber selbst in Krisenzeiten eine besondere Bedeutung, da es das wichtigste Grundnahrungsmittel war. Die Rohstoffe zur Herstellung von Brot waren nur selten knapp, obwohl klimatisch bedingte Missernten u. a. auch die Getreideproduktion beeinflussten.

Im dargestellten Zeitraum vollzog sich in vielen Handwerksberufen ein entscheidender Wandel. Bis zum frühen Mittelalter wurden viele Produkte noch in Eigenproduktion und auch nur für den eigenen Bedarf hergestellt. Für den Lebensmittelbereich gilt dies ebenso wie für andere (Handwerks-) Produkte. Das Bäckerhand werk entstand im Mittelalter mit der Gründung der Städte, bei dem sich viele einzelne Bäcker zu Handwerksgenossenschaften, den sogenannten Zünften, zusammenschlossen. Diese Zünfte hatten ihre eigenen Ordnungen und Regeln, an die sich jedes Zunftmitglied halten musste. Bei Nichtbeachtung wurden erhebliche Strafen verhängt.

Die Produktion der Brote erfolgte im Mittelalter mit sehr einfachen Mitteln. Technische Geräte fehlten völlig und auch die Ausstattung der Bäckereien war nur sehr spärlich. Zwar gab es bereits zu dieser Zeit Teigtröge, Holzschieber und Backöfen in verschiedenen Ausführungen, jedoch waren diese einfach und aus preis werten Rohstoffen (z. B. Holz, Steine) hergestellt.
 

Grundsätzlich ist zu sagen, dass zum eigentlichen Produktionsprozess von Brot nicht mehr allzu viel Literatur vorhanden ist. Detailliertere Angaben und Abbildungen findet man dagegen zu den verschiedenen Backofenformen und der sogenannten „Bäckertaufe“ (Bestrafung der Bäcker bei zu kleinen Broten). Die heute noch verfügbare Literatur zur Produktion weist nur in seltenen Fällen ganz konkrete Jahreszahlen auf, jedoch konnten die Beschreibungen in der Regel im Kontext der untersuchten Literatur in einen bestimmten Zeitabschnitt eingeordnet werden. Die Vorratswirtschaft und Lagerhaltung von Lebensmitteln hatte im Mittelalter eine besondere Bedeutung, da man so saisonale Unterschiede im Wachstum der Rohstoffe zu überbrücken versuchte. Viele Lebensmittel konnten haltbar gemacht werden, für das Brot aber war das nur begrenzt möglich. Hier bediente man sich überwiegend der Trocknung, da andere Haltbarmachungsverfahren für Brot nicht möglich waren bzw. sind. Das Brot konnte so zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgeweicht und nach Weiterverarbeitung zu anderen Speisen (z. B. Suppeneinlage) verzehrt werden. Die Bäckereiprodukte wurden meist von Frauen auf einfach gebauten Tischen und Bänken dargeboten. Neben der Bäckerei war der Hauptverkaufsort verständlicher weise der Markt platz, da dieser frequentierte Ort die größte Absatzmöglichkeit bot. 

⇒ Qualitätskontrolle schon im Mittelalter

⇒ 250 kg Brot pro Kopf

⇒ Der Zusammenschluss der Bäcker zur Bäckerzunft

⇒  Regeln und Ordnung der Bäckerzünfte

⇒ Ofenformen im Mittelalter

⇒ Personen und ihre Verantwortlichkeiten in der Bäckerei

⇒ Betrügereien der Bäcker, Strafen und Sanktionen



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